Forderung Nummer 4 von Norbert Hofer

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April 30, 2016 by apaubxl

Argument Nummer 4 auf der Website von Norbert Hofer: „Wer Österreich liebt, wählt Norbert Hofer, weil ER als EINZIGER nicht zulässt, dass unser Sozialsystem von Wirtschaftsflüchtlingen zerstört wird. Rot, Schwarz und Grün dagegen haben durch ihre Politik diese erst zu uns gerufen.“

Diese Aussage wirft mehrere Fragen auf:
1. Wieso lobt Norbert Hofer die gute wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die uns offensichtlich für seinen Geschmack zu attraktiv für Einwanderer macht?

2. Wieso fokussiert Norbert Hofer dieses Lob auf die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP und lobt nicht die Wirtschaftstreibenden und Arbeiter für ihre Erfolge?

3. Wieso erweitert Norbert Hofer sein Lob auf die Regierung auch noch auf die Oppositionspartei „Die Grünen“?

Ok. Einen Schritt zurück. Wir Pauschalisieren also und nehmen an, dass alle Flüchtlinge Wirtschaftsflüchtlinge sind. Per definitionem ist es übrigens absurd zu sagen, dass ein „Wirtschaftsflüchtling“ kommt um in unser Sozialsystem zu flüchten. Da wäre er doch eher ein „Sozialflüchtling“. Aber gut, das ist doch wohl ein anderes Thema.

Warum wollen nun diese Wirtschaftsflüchtlinge ausgerechnet in Länder wie Österreich, Deutschland oder Schweden kommen? Das mag wohl daran liegen, dass genau diese Länder es geschafft haben eine starke Wirtschaft aufzubauen die für Wohlstand und Arbeitsplätze sorgt. Wir hätten nun natürlich alle gerne mehr Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum, aber in den ärmsten Ländern dieser Welt, haben unsere Länder immer noch (nicht ganz unberechtigt) den Ruf (sie „rufen“ also) eines Paradieses der Möglichkeiten für einen sozialen Aufstieg und ein gutes Leben. Dafür sollten wir uns nun wirklich nicht schämen. Erfolgreich zu sein ist keine Schande.

Nun kann man annehmen, dass kein Mensch einfach so zum Spaß tausende Kilometer zu Fuß zurücklegt und sich auf Nussschalen quetscht um das Mittelmeer zu überqueren wofür er sein Leben riskiert und sein gesamtes Erspartes ausgibt. Diese Menschen versuchen einer für sie ausweglosen Situation zu entkommen. Sie erhoffen sich ein besseres Leben. Sie kommen in der Hoffnung bei uns arbeiten zu können und sich etwas aufzubauen. Bei uns, weil sie glauben, dass unser Erfolg noch nicht zu Ende ist und weil unser Erfolg sie „gerufen hat“. Sie kommen um zu arbeiten und nicht wegen unserem Sozialsystem.

Nun kann natürlich nicht jeder sofort bei uns Arbeit finden (darf das aufgrund der Gesetzeslage auch gar nicht!) und wir wollen auch keinen Kampf um Arbeitsplätze zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Wirtschaftsmigration muss daher kontrolliert sein. Konzepte wie die „Green Card“ in den USA können dabei helfen (In Europa nennt man das dann „Blue Card“. Das sollte der FPÖ ob der Farbe doch eigentlich gefallen). Auch wenn diese europäische Blue Card noch nicht funktioniert und einzelne Länder dann z.B. eine „Rot-Weiß-Rot Card“ eingeführt haben und zusätzlich zu dieser viele weitere Personen versuchen als politische oder Kriegsflüchtlinge bei uns einzureisen und Arbeit zu finden, kann man immer noch nicht sagen, dass diese unser Sozialsystem zerstören. Alle Daten in Europa zeigen, dass Einwanderer im Schnitt in jedem Land mehr in die nationalen Sozialsysteme einzahlen, als sie daraus erhalten. Für unsere Sozialsysteme sind Einwanderer also sogar ein profitables Geschäft.

So viel zum Thema. Offen bleibt für mich nun nur noch einen Frage: „Was hat all dies eigentlich mit der Wahl zum Bundespräsidenten zu tun?“

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