Etappe um Etappe zum vereinten Europa – Jean Monnet

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August 30, 2016 by apaubxl

Der Franzose Jean Monnet (1888 – 1979), ein internationaler Geschäftsmann, Finanzier, Diplomat und Staatsmann, prägte obwohl nie ein gewählter Politiker und offiziell mit einer schulischen Ausbildung nur bis zum 16. Lebensjahr, die Europäische Integration wie kaum ein anderer. Er war es, der hinter der Schuman Deklaration stand, und der sich als unermüdlicher Pragmatiker erwies, der mit ewig kleinen Schritten Europa zu mehr Einigkeit verhelfen sollte.

Jean_Monnet

Schon 1943 (also noch während des 2. Weltkrieges) äußerte Monnet seine Vision von der Zukunft eines friedlichen Europas mit den Worten: Es wird keinen Frieden in Europa geben, wenn der Wiederaufbau der Staaten auf der nationalen Souveränität beruht … Die Länder Europas sind zu klein, um ihren Völkern den Wohlstand und die soziale Entwicklung zu sichern, die erforderlich sind. Die europäischen Staaten müssen eine Föderation bilden …“.

Trotz der Vision einer Europäischen Föderation, konnte man Monnet nicht als „Träumer“ abstempeln. Zur Verwirklichung seiner Ziele entwarf er das von Grund auf pragmatische Prinzip der „Jean Monnet Methode“, welches auch als „Dynamik in kleinen Schritten von nachhaltiger Bedeutung“ beschrieben werden kann. Dabei bezog er sich auf eine Reihe von Grundsätzen, einschließend:

  • Begrenzte Übertragung von realen Kompetenzen: Nicht den „großen Wurf“ sondern „Stück für Stück“ immer nur so viele Kompetenzen wie möglich übertragen;
  • Etappe(n) auf dem Weg zu einer noch wenig ausgeprägten finalité: Daher die Wortwahl in den Europäischen Verträgen von „der immer engeren Union“;
  • Ökonomische Instrumente als Mittel der politischen Integration: Das Ziel ist die politische Integration, die Ökonomie ist ihr Mittel zum Ziel.

Die Jean Monnet Methode erwies sich als sehr effektiv, wenn man bedenkt, dass Europa heute nur 71 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges in einer Europäischen Union mit fast 30 Mitgliedsstaaten und ca. 500 Millionen Einwohnern aufgegangen ist. Trotz aller Widrigkeiten blieb Monnet seinem Kampf für Europa bis zum Schluss treu. Dies basierte auf seiner tiefen Überzeugung, dass Europas Nationen nur überleben könnten, wenn sie sich vereinen. Diesen Vorsatz wiederholte er bis zu seinem Tod.

Sein Zitat „Lasse die Menschen gemeinsam arbeiten um ihnen zu zeigen, dass hinter den Unterschieden und geographischen Grenzen gemeinsame Interessen liegen“ ist wohl gerade heute in seiner Wichtigkeit kaum zu übertreffen. Eine Rückbesinnung auf den Gründervater Monnet würde also bedeuten, dass wir die Integration weiter vorantreiben sollten und Grenzen ab- und nicht aufbauen sollten um Etappe für Etappe näher an ein immer weiter integriertes Europa zu gelangen.

 

Siehe auch:

https://europa.eu/european-union/sites/europaeu/files/docs/body/jean_monnet_de.pdf

http://www.historiasiglo20.org/europe/monnet.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Monnet

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